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ABC-Zug Karlsruhe-Stadt  

 
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Einsatzbericht

Fund radioaktiver Strahler in Wohnung

Am Samstagabend, den 22.12. 2001 kam es in der Karlsruher Innenstadt in einer Wohnung zu einem Kleinbrand, der durch die Berufsfeuerwehr sehr schnell gelöscht wurde. Der Wohnungsinhaber, ein 72 jähriger Rentner und ehemaliger Bundeswehrangehöriger (im Bereich ABC-Abwehr) wurde mit einer leichten Rauchvergiftung in ein Karlsruher Krankenhaus eingeliefert. Bei anschließenden Ermittlungen stieß die Ermittler der Polizei auf mehrere Waffen und einen Bleibehälter, bei dessen Öffnung ein verschraubter Zylinder mit der Gravur "0,06 mg Radium"(es handelte sich um einen Radiumstrahler) sowie ein "Gegenstand mit einer Glaslibelle" zum Vorschein kamen. Der Zylinder wurde von einem Polizeibeamten angefasst, in Augenschein genommen und zusammen in dem Bleibehälter zur Hauptwache der Berufsfeuerwehr Karlsruhe gebracht. Kontaminationsmessungen durch den alarmierten Fachberater Strahlenschutz der Abteilung ABC-Zug-Stadt ergaben deutliche über der Alphanullrate liegende Messwerte an einem Polizeibeamten (Handflächen und Kleidung). Messungen am Bleibehälter ergaben eine Gammadosisleistungsrate von ca. 30µSv / h. Der Bleibehälter mit Strahler wurde kontaminationssicher verpackt und der ABC-Zug-Stadt für weitere Messungen alarmiert. Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe nahm Kontaminationsmessungen am Wohnungsinhaber im Krankenhaus vor, die keine erhöhten Messwerte ergaben. Die Kameraden des ABC-Zuges Stadt führten parallel dazu Kontaminationsmessungen an Beamten und Inventar im inzwischen gesperrten Polizeirevier durch, dabei wurden teilweise erhöhte Alpha-Messwerte ermittelt. Zwei mutmaßlich kontaminierte Polizeibeamte wurden vorsichtshalber zu weiteren Untersuchungen in das "Regionale Strahlenschutzzentrum" des Forschungszentrums Karlsruhe überwiesen. Da nicht sichergestellt werden konnte, ob die ermittelten Kontaminationmesswerte natürlichen Ursprungs waren oder durch Freisetzungen radioaktiven Materials aus dem Strahler herrührten, wurden die Messungen am Inventar nach einer vorgegebenen Abklingzeit am folgenden Tag wiederholt. Parallel zu den Messungen im Polizeirevier erfolgten radiologische Kontrollen des RTW und Rettungsdienstpersonals, die den verletzten Wohnungsinhaber ins Krankenhaus transportiert hatten, durch weitere Kräfte des ABC-Zuges. Bei diesen Messungen wurde keine erhöhten Messwerte ermittelt. Gegen Mitternacht erfolgte ein erneuter Zugang zu Wohnung, da nicht sichergestellt werden konnte, dass sich nicht noch weitere Strahlenquellen in der Wohnung befanden. Kontaminationen wurden bei Messungen nicht nachgewiesen, dafür aber zwei weitere Strahlenquellen ( ein Cs-137-Prüfstrahler, sowie eine Leuchtplakette der US-Army mit radiumhaltiger Leuchtfarbe und einer Gammadosisleistung von 40µSv /h) sichergestellt und an der Einsatzstelle den Vertretern von Gewerbeaufsichtsamt sowie der Landesanstalt für Umweltschutz übergeben.

Eingesetzte Fahrzeuge:

FF-ABC-Zug:
Erkunder-GW-Meß 1
Erkunder-GW-Meß 2

Berufsfeuerwehr:
AB/AS
LF3
KEF

Eingesetzte Geräte:
1 Dosisleistungsmessgerät Teletektor
1 Dosisleistungsmessgerät Graetz X50ZS
11 Kontaminationsnachweisgeräte (Minicont, Contamat, Berthold)
1 Szintillations-Strahlenspürgerät Victoreen-Thyac-III
10 Alarmdosimeter
10 Phosphatflachglasdosimeter (Amtliche Dosimeter)

 

 

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